Konfitüren ohne Zucker

Wir Deutschen konsumieren viel zu viel Zucker, das ist längst bekannt (s. auch https://www.forum-oekologie.org/allgemein/test/2019-08-13 ). Manche wollen und andere sollen (z.B. aufgrund von Diabetes oder anderen Gründen) den eigenen Zuckerkonsum einschränken. Aber Zucker wird im Haushalt auch zum Haltbarmachen von Gelees, Konfitüren und Fruchtaufstrichen verwendet.

Einmachen ohne Zucker – geht das überhaupt?

Eine Variante ist, zu Gelierzuckern im Verhältnis 2:1 oder 3:1 zu greifen. Eine andere Variante ist das Einmachen ganz ohne Zucker. Das geht ! Diese Art von Einkochen stammt aus einer Zeit, als Zucker noch rar und teuer war.

Das Herstellungsprinzip ist einfach: Die Früchte werden nur klein geschnitten, püriert oder zerdrückt und zum Kochen gebracht. Durch längere Kochzeiten auf kleiner Hitze verdampft so viel Wasser, dass dadurch eine höhere Konzentration an Fruchtzucker entsteht. Die Kochzeit hängt dabei vom Eigenwassergehalt der jeweiligen Obstsorte ab, es kann daher keine genaue Kochzeitangabe gemacht werden. Umrühren nicht vergessen, sonst brennt die Fruchtmasse am Topfboden an! Auf jeden Fall sollte so viel Wasser beim Kochvorgang verdampfen, bis eine Marmeladeartige Konsistenz erreicht ist und die Masse nicht mehr flüssig, sondern tropfenförmig vom Löffel tropft. Dann die Masse wie gewohnt in sterile luftdichte Gläser abfüllen und am besten in einer Speis‘ oder im Keller dunkel und kühl lagern. Diese Art von Konfitüre hält sich ungeöffnet ca. 2 Jahre lang!

Bei säuerlichen Früchten wie Johannisbeeren kann man nach Belieben zum Süßen z.B. Honig oder Rosinen zum Kochvorgang hinzugeben.

Bei Früchten mit sehr hohem Wasseranteil kann man auch das geschmacksneutrale Agar-Agar (aus dem Reformhaus oder Bioladen) zum Eindicken verwenden.

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