Eisberg

Bildungstag 2026 am Chiemgau Gymnasium

Der Bildungstag der 8. Klassen widmete sich dieses Jahr dem Thema „Klimaaktivismus“ als verzweifelter Versuch von engagierten Wissenschaftlern der Bevölkerung die Folgen des Klimawandels nahezubringen.

Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern haben sich Lehrerinnnen und Lehrer, der Elternbeirat sowie Vorstandsmitglieder vom Forum Ökologie und vom LBV am 23. Juli den Film „Das Gewicht der Welt“ im Kino in Haslach angeschaut und im Anschluss den Inhalt diskutiert. Der Dokumentarfilm von Florian Heinzen-Ziob feierte seine Weltpremiere am 7. Mai 2026 beim Dokumentarfilmfest in München. Der Film erzählt von den Erlebnissen dreier Naturwissenschaftler, die bei ihrer Arbeit mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert werden. Sie fühlen sich machtlos angesichts der Indifferenz gegenüber der zunehmend deutlichen Klimakrise seitens der Bevölkerung und unter Politikern und wollen die Bevölkerung mit teils umstrittenen Mitteln aufrütteln. Als Experten und als Betroffene haben sie sich entschieden, auf verschiedenen Wegen Verantwortung zu tragen für Wissensvermittlung innerhalb und außerhalb von akademischen Kreisen. Der Film zeigt die Auswirkungen ihres Handelns und die Schwierigkeiten, die im Berufsleben und im privaten Umfeld folgen. Der Regisseur hat die Wissenschaftler zwei Jahre lang begleitet:

  • Sebastian Seiffert, Professor für Physikalische Chemie an der JGU Mainz
  • Maria Hörhold, Senior Scientist für Glaziologie am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven
  • Nana-Maria Grüning, Molekularbiologin am Institut für Biochemie der Charité-Universitätsmedizin in Berlin und Mitglied bei Scientist Rebellion

Die 8. Klassen haben sich besonders für das Ankleben auf der Staße, das im Film als Mittel um die Bevölkerung aufmerksam zu machen, gezeigt wurde, interessiert. Ist das o.k.? Wie steht das Forum Ökologie dazu? Bereits im Film wurde gezeigt, dass das viele Menschen, die mit dem Auto blockiert waren, sehr aufgebracht hat. Das Forum Ökologie hat einerseits den Mut der Aktivisten gelobt, die das ja nicht zum Spaß sondern aus einer verzweifelten Situation heraus getan haben, aber anderseits auch eingestanden, dass mit solchem Aktivismus wohl die Falschen getroffen werden und die Gesellschaft gespalten wird. Da Stefan Sachs eine Jacke von Sea Sheperd trug, wurden auch die Aktionen dieser Umweltorganisation, die anfangs radikal waren, zum Thema. Die Umweltorganisation Sea Shepherd („Meereshirte“), kämpft besonders für den Schutz der Meere, gegen illegale Fischerei, das Töten von Meeressäugern, Schildkröten und Wildlachs, sowie gegen die Meeresverschmutzung. Sie ist sowohl finanziell als auch rechtlich unabhängig. Die Besatzung ihres ersten eigenen Schiffs, der Sea Shepherd, besprühte über 1000 Robben mit einer ökologischen, nicht löslichen Farbe, wodurch ihr Pelz für die Robbenjäger wertlos wurde. Solche und ähnliche Aktionen waren zum Teil sehr erfolgreich und führten zu mehr Tierschutz. Jeder kann dort mithelfen, z.B. bei Strandsäuberungen und das Forum Ökologie hatte das Gefühl, dass da durchaus Interesse bei den jungen Menschen besteht.

Der Vorstand vom Forum Ökologie e.V. (v.l.n.r. Hubert Vachenauer, Petra Heppner, Stefan Sachs, Wolfgang Sojer) und Sabine Pröls vom LBV (2. v.r.) beantworteten nach der Filmvorführung die Fragen der Schülerinnen und Schüler.