Vortrag im Sailer Keller

VORTRAG Stromerzeugung auf landwirtschaftlichen Flächen: Agri-PV, Freiflächenanlagen, Biogas oder Bio-Ethanol – Welche Methode ist die beste? Ein Vergleich.

Do., 23.04.2026 19:30 - 21:00 Termine

Referent: Dipl. Ing. Robert Gastager

Porträt Gastager
Foto: R. Gastager (privat)

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Anlässlich des Vortrags von Dipl. Ing. Robert Gastager war das Georgi Stüberl im Sailer Keller gut besucht. Herr Gastager hat als Mitglied der Gruppe Scientists for Future in Traunstein einen Vergleich verschiedener Arten der Stromerzeugung angestellt, die einen großen Flächenbedarf haben. Es ging dabei ausschließlich um landwirtschaftliche Flächen. Betrachtet wurden Biogas, Bio-Ethanol, PV-Freiflächenanlagen und Agri-PV Anlagen. Verglichen wurden Flächenbedarf, Ertrag, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.
Auf folgende Punkte wurde detailliert eingegangen:
– Was sind die Stärken und Schwächen der verschiedenen Erzeugungsformen?
– Welches Potential hat die Stromerzeugung auf landwirtschaftlicher Fläche?
– Ist Stromerzeugung auf landwirtschaftlichen Flächen moralisch vertretbar?
– Haben wir genügend landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung oder gibt es einen Mangel?
– Ist Agri-PV die bessere Alternative zur Freiflächen-PV?
– Welcher Energiemix ist für unsere Region sinnvoll?

Herr Gastager hat ausgeführt, dass die Landwirtschaft früher CO2 -neutral gewirtschaftet hat, der Primärenergiebedarf heute aber ca. 100 L Diesel / ha beträgt. Dieser wäre durch die Verwendung erneuerbarer Energien aber deutlich senkbar. Hier einige Beispiele:

80 kWh beim Dieselmotor entsprächen beim E-Auto 16 kWh / 100 km, entsprechend 10700 kJ beim Diesel zu 4000 kJ beim E-Auto.
Bioethanol z.B. aus Zuckerrüben: 4 to/ha entspräche ca. 3000 L Benzin/Jahr entsprächen 2 E-Autos mit 20000 km / Jahr
Biogas: pro ha Mais 17520 kWh/Jahr, entsprechend 6 E-Autos
Freiflächen-PV: 900 kWp/ha = 900.000 kWh/Jahr entsprächen 300 E-Autos mit 20000 km / Jahr (bei einer realistischen Sonneneinstrahlung von 1000 h/Jahr)
Agri-PV (Nutzungseinschränkung für die Landwirtschaft und ca. 30% weniger PV-Module): entsprächen ca. 150 E-Autos mit 20000 km / Jahr

Besonders die Agri-PV bietet interessante und finanzierbare Lösungen für die Landwirtschaft. Die Gemeinde muss diese nicht genehmigen. Beispielweise sorgen die PV-Module für Beschattungsmöglichkeiten, die Erträge steigern können. Laut einer Meldung aus dem Publikum würde sich ein Agri-PV Anlage immer lohnen.

Fazit: PV übertrifft Biogas und Bioethanol um Längen. Biogas sollte jedoch für Spitzenlasten eingesetzt werden, z.B. im Winter oder Nachts. Die Hälfte der geplanten Gaskraftwerke wäre damit schon abgedeckt.

Problem: Die Batterie ist die teuerste Anschaffung und man braucht Lösungen, wenn z.B. ein E-Traktor nicht ganzjährig in der Landwirtschaft genutzt wird. Aktuell müssen noch erneuerbare und nicht erneuerbare Techniken gemeinsam genutzt werden.

Der Vortrag hat alle Anwesenden zum Nachdenken angeregt und wurde sehr gelobt. Das Forum Ökologie dankt Herrn Gastager herzlich für die informative Veranstaltung. Wenn Sie mehr zu dem Thema wissen möchten, wenden Sie sich bitte an den Referenten.

Termin: Donnerstag, 23.04.2026, 19:30 Uhr
Ort: Sailer Keller Traunstein, Georgistüberl, Herzog-Wilhelm-Str.1