Abbruchhaus

Bauen mit Schutt und Asche – Kreislaufwirtschaft im Bausektor

Etwa 40 % aller globalen Ressourcen werden auf dem Bau verbraucht.

Zement, der für die Herstellung von Mörtel und Beton benötigt wird, zählt mit ca. 8 % des weltweiten CO2-Ausstoßes zu den besonders großen Klimasündern. Sand steckt fast in jedem Baumaterial wie z.B. Beton, Glas, Ziegel, Asphalt etc. und zählt gleich nach dem Wasser zum weltweit am meisten konsumierten natürlichen Rohstoff. Auch andere Rohstoffe wie Kupfer und Stahl, die für Rohre, Kabel und Betonbewehrungen verwendet werden, sind wertvolle Rohstoffe, die teuer und unter großem Energieaufwand gefördert, hergestellt und verbaut werden.

Ein Umdenken in der Baubranche ist also dringend nötig. Findige Architekten und Vordenker des Bauens mit Recyclingbaustoffen zeigen in dem Film „Wenn die Rohstoffe knapp werden – Bauen mit Schutt“ alternative Lösungswege auf. Die Abbruchmaterialien haben durchaus ein zweites Leben verdient oder sollen durch ein „Up-Cycling“ des Schutts zu neuen hochwertigen Materialien umgebaut werden.

Ein niederländischer Unternehmer schreddert zum Beispiel alte Dachziegel, Ziegelbruch und Fliesen, mischt und brennt sie nach eigener Rezeptur mit neuem Lehm, sodass daraus neue, farbenfrohe Klinkerfassadenbausteine werden. Ausgediente Fenster, Ausschussholz und alte Ziegel sammelt und lagert ein dänischer Architekt, bis er daraus wieder neue, spektakuläre Neubauten entwirft. Eine Wiener Altmetallhändlerin hat sich u.a. auf das Recycling von Kupferkabeln spezialisiert.

Der Film macht sehr deutlich, wie sehr es für ein ressourcenschonendes, recyclingfähiges Bauen notwendig ist, auf Verbundbaustoffe zu verzichten und nur sortenreine, trennbare Baustoffe zu verwenden. Nur so können die Baumaterialien effizient wieder verwendet und unsere Deponien geschont werden.

Der Film „Wenn die Rohstoffe knapp werden – Bauen mit Schutt“ von Andrea Ernst ist in der 3sat-Mediathek zu finden.

Bauschutt und Wüstensand können verwendet werden, um klimafreundliche, wiederverwendbare Geopolymersteine herzustellen, so ein Artikel im National Geographic, Februar 2026.

Durch die Entwicklung wiederverwendbarer Steine eines Thüringer Unternehmens könnte sich die Klimabilanz der Branche in Zukunft erheblich verbessern. Bis zu 70% CO2-Einspaarung scheinen möglich. Zur Herstellung der Steine können sogar Bauschutt und Wüstensand verwendet werden. Es wird kein Zement benötigt; als Bindmittel dienen stattdessen Abfallprodukte der Kohle- und Stahlindustrie. Die Steine werden nicht gebrannt sondern bei Raumtemperatur getrocknet. Die mit diesen Steinen errichteten Häuser sind Dank eines innovativen Stecksystems in wenigen Tagen aufgebaut und auch recyclebar.

Die Zeitschrift National Geographic liegt beim Forum Ökologie zur Ansicht aus.

In unserem Vortrags- und Seminarprogramm haben wir bereits zweimal Vorträge zum Thema Kreislaufwirtschaft und Baustoffrecycling angeboten. Dabei ging es um ein Verfahren, bei dem durch optische Auswertung mittels KI die stoffliche Zusammensetzung des Materials bestimmt und auf die Möglichkeit zur Wiederverwendung beurteilt wird. Abbruchmaterial kann aus einer Vielzahl von verschiedenen mehr oder weniger recycelbaren Baustoffen bestehen, die zudem meist miteinander verbunden, verklebt oder verschraubt sind. Bereits an Ort und Stelle, noch während des Abbruchs kann nach Stoff-Fraktionen vorsortiert werden. Unbelastetes, kleingeschreddertes Material aus Beton, Ziegel und Keramik wird als Unterbau bzw. Füllmaterial beim Straßenbau verwendet werden, doch der Großteil der Bauschutt Materialien (Beton, Ziegel, Keramik, Kunststoff und Metall) landet normalerweise auf einer Deponie, da die Materialien nicht effizient getrennt werden können. Dies belastet die Umwelt extrem. Die KI-Auswertung trägt nun dazu bei, das Material schneller bestimmen und reiner sortieren zu können. Somit reduziert sich der Anteil, der auf einer Deponie landet und weitere wertvolle Rohstoffe gelangen zurück in den Herstellungskreislauf.

Ressourcen und Umwelt werden geschont und die im Bauschutt steckende bereits verbrauchte Energie („graue Energie“) gelangt wieder in den Kreislauf. Das KI-gestützte Auswertungsverfahren wurde von einem DBU-geförderten Start-up Unternehmen aus Baden-Württemberg für Abbruchunternehmen, Entsorgungsbetriebe oder Rohstoffproduzenten entwickelt.

Quelle und ausführliche Informationen unter folgendem Link: https://www.dbu.de/newsletter/dbuaktuell-nr-9-2023/effizientes-bauschutt-recycling/

Baustoffbörse des Forum Ökologie seit 1992

Einen Beitrag zum ressourcenschonenden Bauen leistet seit 1992 die Baustoffbörse des Forum Ökologie: Hier werden z.B. Fenster, Türen, Waschbecken, ganze Hausabbrüche und Baumaterialien kostenlos vermittelt, die sonst zu Abfall würden. Schauen Sie mal rein unter https://www.forum-oekologie.org/baustoffboerse