M. Eschenbeck am Stand

Nachruf und Danksagung für Maria Eschenbeck!

Das Forum Ökologie Traunstein e.V. trauert um seine ehemalige 1. Vorsitzende und langjährige Ehrenvorsitzende Maria Eschenbeck, die am Samstag, den 25. Juli 2026 für uns unerwartet aus dem Leben geschieden ist.  

Maria Eschenbeck, die wegen ihrer Kinder ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben hat, war seit 1983 beim Forum Ökologie aktiv und hat viele Projekte vorangebracht. Das Forum Ökologie war zum Katholikentag 1984 in München eingeladen, um mit Infoständen zum Umweltschutz zu informieren. Maria Eschenbeck hatte einen Stand zum Umweltschutz im Haushalt, der auf großes Interesse stieß. Am Abend kam der Reinigungsdienst und leerte die Abfallbehälter und die Teilnehmer vom Forum Ökologie waren schockiert, welche Berge an Müll durch das verwendete Wegwerfgeschirr an den Imbissständen entstanden war. Das Gespräch bei der Heimfahrt drehte sich nur noch um die Frage, wie das in Zukunft geändert werden kann. Maria Eschenbeck brachte hierzu in den folgenden Jahren sehr viel ein. 1987, in Folge des Atomunfall in Tschernobyl war ihr Mann federführend mit dabei, die Ausstellung „Alternativen zur Atomkraft“ zu erstellen. Maria Eschenbeck hat die Besucher mit Tafeln zum Energiesparen im Haushalt informiert, so dass diese Anregungen zur praktischen Umsetzung von Energieeinsparung mit nach Hause nehmen konnten. Sie war auch in Wackersdorf, um gegen die Wiederaufbereitungsanlage zu demonstrieren. Als Alternative zur Atomkraft wurden Sonnenkollektorbaukurse angeboten. Gleichzeitig wurden Kinder bei Solarbastelkursen mit der Wirkungsweise von Solarenergie vertraut gemacht. Zu Themen wie „Energiesparend im Haushalt wirtschaften“, „Gemüse milchsauer einlegen“, „Umweltverträglich putzen“ „Waschen mit dem Baukastensystem“ und „Abfallbeseitigung“ hat sie in Schulen und bei Frauengemeinschaften Vorträge gehalten und Fortbildungen organisiert.

Am 24. Januar 1992 hat sie das Amt der 1. Vorsitzenden übernommen und war in der Umweltberatungsstelle des Forum Ökologie angestellt, auf der Basis „geringfügiger Beschäftigung“. Ihre Arbeit in der Umweltberatungsstelle ging weit darüber hinaus, der Beratungsdarf wuchs Jahr für Jahr, zuletzt bearbeitete sie zusammen mit ihren 2 Kolleginnen über 1000 Anfragen im Jahr.  Das Amt der 1. Vorsitzenden führte Maria Eschenbeck mit viel Elan, Authentizität und Weitsicht. Der Verein hatte damals erst gut 70 Mitglieder. Sie war die treibende und unermüdliche Kraft zum Wohle der Bürger und Bürgerinnen und für die Weiterentwicklung des Forum Ökologie. Vor allem durch ihren Einsatz wurden die Aktivitäten immer mehr. Monatlich lud sie zu Mitgliedertreffen ein, um gemeinsam Vorträge, Seminare und Ausstellungen zur Umweltbildung vorzubereiten. Diese abendlichen Treffen dauerten oft sehr lange bis tief in die Nacht. Es war ihr ein großes Anliegen, alle zu Wort kommen zu lassen, auch abweichende Meinungen anzuhören. Transparenz und wertschätzendes Miteinander war ihr sehr wichtig. Damit hat sie als 1. Vorsitzende das Forum Ökologie geprägt. Das Vorbild von Maria Eschenbeck hat auch andere angetrieben, das Beste in ihrem Sachbereich zu geben.

Maria Eschenbeck in der Umweltberatung / Foto: FÖ

Themen, die sie vorantrieb waren noch Relikte aus den 80ger Jahren, wie Müllentsorgung, Müllverbrennungsanlagen, Deponien, die das Grundwasser verschmutzen. Sie führte den Arbeitskreis Umweltschutz im Haushalt an und erarbeitete ein Konzept für die Mülltrennung. 1992 wurde beim Landratsamt ein Konzept zum Korkrecycling mit der Lebenshilfe angeregt, das bis heute besteht. Auch 1992 wurden Autobahn-Anliegergemeinden aufgefordert Parkplätze zu schaffen, damit sich Mitfahrgemeinschaften organisieren können. Der Schutz des Bergwaldes, zunächst gegen Wildverbiss, dann um uns vor Umweltkatastrophen zu schützen, lagen Maria Eschenbeck am Herzen und die Sorge um die Schutzfunktion, wenn er der Privatwirtschaft überlassen wird. Die Holzschutzmittelprozesse Ende der 80ger Jahre und der Ansturm von Anfragen in der Umweltberatung, führten zu Bildung einer Selbsthilfegruppe für Geschädigte. Aufklärung auch bei den Ärzten tat Not und das Forum Ökologie wurde Ansprechpartner für ganz Südbayern auch für das Amalgam-Problem. Umweltverträgliches Bauen war ein Schwerpunkt durch alle Jahre, eng verknüpft mit der Energiefrage und den Wohngiften. Diese Themen wurden in der Ausstellung „Energiealternativen“ aufbereitet. Ein Arbeitskreis „Energiebewusstes Bauen und Sanieren“ wurde gegründet.   

Ein Höhepunkt während Maria Eschenbeck’s Vorstandschaft war das Solarfest 1996, bei dem mehr als 30 Mitglieder mitgewirkt haben. Handwerker wurden kontaktiert, damit sie ihre Ausstellungsstände beim Fest aufbauen. Seit 1995 wurde jährlich der „Tag der Erneuerbaren Energien“ abgehalten, anfangs als „Aktion Sonnwende“.  

Jährlich hat sie sich um die Fortsetzung der Förderung vom Landratsamt bemüht, wo ihre Leistungen sehr beachtet wurden, um eine freie und unabhängige Umweltberatung der Bürger und Bürgerinnen sicherzustellen und eine Umweltbibliothek mit über 1000 Büchern zu errichten und auf dem neuesten Stand zu halten. Einmal in der Woche wurde eine Umweltfrage von Bürgern und Bürgerinnen in öffentlichen Medien beantwortet.

Ein langjähriger Kooperationspartner, das KBW und der Umweltreferent der Diözese, Herr Dobmeier, vermittelten den Kontakt zum „Plankenstettener Kreis“, wo Maria Eschenbeck das Forum Ökologie vorstellte und Kontakte zur bayernweiten Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) und zum Umweltministerium knüpfte. Jedes Jahr besuchte sie die Umweltbildungsveranstaltungen und brachte von diesem Austausch viele gute Anregungen und Kenntnisse von Fördermöglichkeiten mit. Diese hat das Forum Ökologie dann wahrgenommen, z.B. um einen Zuschuss für Overhead Projektor, Laptop und Beamer zu bekommen und besonders für das Natur-Jugendprogramm „Mit pH-Meter und Powerpoint“. Junge Leute anzusprechen war ihr ein großes Anliegen.

Maria Eschenbeck hat auch Kooperationen unter anderem mit dem BUND, in dem ihr Mann Vorsitzender war und der VHS gepflegt und dadurch die Öffentlichkeitsarbeit weiter gestärkt. Das Forum Ökologie fand dadurch viel Aufmerksamkeit und im Jahr 2000 konnte Maria Eschenbeck als 1. Vorsitzende die Bayerische Umweltmedaille für besondere Verdienste um den Umweltschutz und Landesentwicklung vom bayerischen Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen in Empfang nehmen. Das war eine Anerkennung auf höchster Ebene.

Ein weiterer großer Verdienst von Maria Eschenbeck war die Verleihung der Dachmarke „Umweltbildung Bayern“ an das Forum Ökologie im Jahr 2006, die sonst nur größere Bildungseinrichtungen wie zum Beispiel der Landesbund für Vogelschutz erhalten und die das Forum Ökologie fast 20 Jahre behalten konnte.

Unter Ihrer Riege nahm das Forum Ökologie jährlich am Apfelmarkt mit Tipps zur gesunden Ernährung teil, bei dem auch selbstgemachte Köstlichkeiten angeboten wurden. Sie kam mit großen Töpfen und feinen Speisen, die sie an die Standbesucher ausgab. Immer wieder brachte sie dazu neue Kochrezepte mit.

Maria Eschenbeck bei der Verköstigung ihrer selbstgemachten Speisen

Maria Eschenbeck hatte das Amt der 1. Vorsitzenden 12 Jahre bis 2004 inne, als ihre Enkelkinder geboren wurden. Sie wollte dann mehr für ihre Familie da sein können, was ihr immer sehr wichtig war und, wie ihre Enkel bei der Trauerfeier berichteten, ein Hauptgrund für ihr großes Engagement beim Forum Ökologie war die lebenswerte Zukunft ihrer Kinder und Enkel. Als Dank für ihre Verdienste für das Forum Ökologie wurde sie bei ihrem Abschied als 1. Vorsitzende zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Bis zu ihrem Tod war sie weiterhin ein aktives Mitglied und auch noch beim letzten Apfelmarkt 2025 mit ihrem legendären Apfelbrot dabei.

Silvester Dufter überreicht der Ehrenvorsitzenden Maria Eschenbeck einen Blumenstrauß anlässlich der 30 Jahr Feier des Forum Ökologie / Foto: FÖ

Wir sind froh und dankbar Maria Eschenbeck als bewundernswertes und engagiertes Vorbild in unseren Reihen gehabt zu haben. Uns bleiben Ihre Fußstapfen, die Spur, die uns weiter den Weg weist.