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Klimaschutz Demo in Traunstein am 18. Juli 2026 mit dem Forum Ökologie

Ein langer Zug von Demonstranten folgte dem Aufruf von Traunstein for Future –
Das Traunsteiner Tagblatt berichtete etwas abgewandelt am 20. Juli.
Demozug

Das Gewitter ist an Traunstein vorbeigezogen aber laut waren die etwa 150 Demonstranten, die sich für Klimagerechtigkeit und erneuerbare Energien stark machten. Eine Energiewende von unten ist angesagt, weil die Politik die Menschen im Stich lässt. Jedoch ist Demokratie untrennbar mit Klimagerechtigkeit verbunden, was auch durch die verschiedenen Redebeiträge unterstrichen wurde. Zu aller Freude wagte sich ungeplant ein kleines Mädchen ans Mikrophon und brachte vor:
1. Auf dem Dach kann man ein PV Anlage installieren
2. Man kann auch mit dem Rad oder anderen Gefährten fahren, die die Umwelt nicht verschmutzen
3. Man muss nicht in den Urlaub fliegen
4. Man sollte die Natur nicht mit Müll belasten.
Damit sprach sie den Anwesenden aus dem Herzen und unterstrich die Vorträge ihrer Vorredner. Bereits am Bahnhof richtete Peter Baumann vom TFF das Wort an die Anwesenden und erinnerte an den Geburtstag von Nelson Mandela und sein Vermächtnis und rief dazu auf ins Handeln zu kommen. Die Klimakrise verlangt mehr als Betroffenheit – die Fakten sind seit Jahrzehnten bekannt aber werden immer wieder durch Falschbehauptungen in Frage gestellt. Für faktenbasierte, klare Botschaften braucht es Gemeinschaft appellierte er an die Zuhörer. Theresa Niederberger von Mehr Demokratie e.V. sprach dann am Stadtplatz das Thema an, dass nicht nur das Klima wärmer wird, sondern auch die Gemüter sich mehr und mehr erhitzen, wenn darüber diskutiert wird. Mehr Demokratie e.V. setzt sich parteiübergreifend für den Ausbau von direkter Demokratie und Bürgerbeteiligung ein. Um eine Plattform für hitzige Diskussionen zu bieten, kann man sich bei „Reden & Zuhören“, einem Format das auch im Landkreis Traunstein angeboten wird, austauschen. Effektiver Klimaschutz braucht demokratische Beteiligung, um Maßnahmen mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz zu entwickeln. Reinhold Schopf stellte die Erfolge des Umweltschutzverband Alztal u. Umgebung vor und berichtete in diesem Zusammenhang auch von früheren Fehleinschätzungen von Politik und Wirtschaft. Dank seines Klagerechts wurde z.B. klimaschädlicher Fernstraßenbau oder der Bau von Müllverbrennungsanlagen verhindert. Als Babyboomer, der jahrzehntelang in die Staatskasse eingezahlt hat, appellierte er besonders an die junge Generation, nicht die Fehler seiner Generation zu wiederholen und sich genau zu überlegen, wo es sinnvoll ist Geld zu investieren. Robert Gastager von Scientists for Future machte deutlich, dass weder kleine Atomkraftwerke noch die Kernfusion das Klima retten werden, wie einige Politiker es behaupten. Die Kernfusion ist vielleicht in 50 Jahren soweit wirtschaftlich Energie zu liefern, wenn man auf kleine Atomkraftwerke setzen würde, bedeutet das, dass allein im Raum Traunstein 3 kleine Reaktoren errichtet werden müssten. Wo sollen diese aufgestellt werden. Darüber schweigen sich die Politiker aus und auch über die nachfolgende Entsorgung des Atommülls. Die Reaktoren müssten rund um die Uhr laufen, würden eine Menge Kühlwasser verbrauchen und seien nicht mit der Nutzung von Windkraft kombinierbar. Es entsteht der Eindruck, als würde die Politik, Windräder nicht wollen, bzw. wie Merz sagt, sie als Zwischenlösung anzusehen. Auch im Raum Traunstein wird Windkraft nicht entsprechend genutzt. Am Rednerpult hing ein großes Plakat „Atomkraft: Nein Danke!“ Aktuell wie vor 40 Jahren. Auch das Forum Ökologie Traunstein e.V. greift dieses Thema in seinem Herbstprogramm auf (Vortrag am 22. Oktober im Sailer Keller). Für 20 Gigawatt sollen neue Gaskraftwerke gebaut werden. Auch damit wird eine lange Abhängigkeit von fossilen Energien zementiert und die Energiewende zu Erneuerbaren ausgebremst. Gemäß der kürzlich beschlossenen Novelle des Energieeffizienzgesetzes, müssen viele Unternehmen ihren Energieverbrauch nicht mehr überwachen und brauchen keine Pläne mehr zu erstellen, wie sie wirtschaftliche Energiesparmaßnahmen umsetzen. Dabei schlummert hier noch ein Potenzial von 29 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Maßnahmen, die endlich umgesetzt werden müssten.

Demo TS

Auf das Thema Wassernutzung in der Wirtschaft, z.B. für Atomkraftwerke, ging auch die Rednerin Sarina Kraft von der Bürgerinitiative „Unser Bergener Wasser“ ein. Sie prangerte besonders die Nutzung von wertvollem reinem Tiefenwasser für Industrieanlagen an. Dieses Wasser sollte für Notzeiten gespart werden. Die UN warnt vor einem globalen Wasserbankrott. Vorbei sind die Zeiten, in denen es im wasserreichen Südbayern dreimal so viel regnet wie im trockenen Franken, ganz abgesehen von den zusätzlichen Wassermassen der Schneeschmelzen. Mit verblüffender Geschwindigkeit kommt Trockenheit auch bei uns an. Und damit steigt die Gefahr von Waldbränden Im Frühjahr brannte am Saurüsselkopf eine Fläche von ca. 200 Fußballfeldern, der bisher größte Brand in Bayern. Unsere Wasservorräte schrumpfen – im Landkreis Traunstein haben wir rund 20 Prozent des Grundwassers in den letzten Jahren verloren. Dies ist auch für jeden gut sichtbar an den geringen Wasserpegeln unserer Seen. Das Landesamt für Umwelt bestätigt, dass südlich der Donau im letzten Winterhalbjahr nur etwa zwei Drittel so viel Regen fiel wie im langjährigen Durchschnitt. Jeder sollte Wasser sparen, auch die Industrie, aber wenn Wasser knapp wird, wie derzeit in München, werden nur die Haushalte zum Wassersparen aufgerufen. Wenn man statt Mineralwasser auf Leitungswasser umsteigt, trägt man seinen Teil dazu bei, Tiefenwasser zu sparen und die Mineralien kann man besser mit Gemüse als mit Wasser zu sich nehmen.

Lasst uns die Energiewende verteidigen und den fossilen Rückschritt verhindern:

– Keine Politik nach den Interessen fossiler Konzerne!

– Keine neuen Gaskraftwerke auf Kosten der Erneuerbaren!

– Mehr Tempo bei Wind und Solar!

– Bezahlbare, saubere Energie für alle!

Für die musikalische Untermalung sorgte stimmgewaltig und mit akustischer Gitarre Lisa Insomnia.