Der Öko-Gartentipp
Was tun gegen Blattläuse...
Wird eine Pflanze im Übermaß von Blattläusen befallen, so ist dies Zeichen einer Störung im Saftstrom, durch die es zu übermäßiger Zuckeranreicherung in den Pflanzenzellen kommt. Vorbeugend wirkt vor allem eine harmonische Ernährung der Pflanzen. Ausgewogene Bodenpflege und Düngung sorgen dafür, daß kräftige, widerstandsfähige Pflanzen entstehen.
Blattläuse bevorzugen dagegen überdüngte, schwächliche Pflanzen am falschen Standort. Eine wirkungsvolle Methode Blattläuse in Schach zu halten ist die Pflege ihrer biologischen Feinde. Larven und Käfer der verschiedenen Marienkäferarten, Larven der Schwebfliegen und Schlupfwespen, Spinnen, Raubwanzen, Laufkäfer, Florfliegenlarven und Ohrwürmer. Wo diese Tiere reichlich vorhanden sind, da halten sich die Läuse in erträglichen Grenzen. Dazu brauchen sie allerdings selber genügend Lebensraum im Garten. Deshalb sollte man versuchen, möglichst viele Nützlinge im Garten heimisch zu machen. Ohrwürmer können Sie gezielt zu einem verlausten Baum oder Strauch locken, indem Sie ihm eine Wohnung anbieten. Das geschieht mit einem Blumentopf aus Ton, der mit Holzwolle gefüllt, mit Drahtgitter geschlossen und dann mit der Öffnung nach unten in den Baum gehängt wird. Hunderte dieser Tiere können in einem solchen Topf Unterschlupf suchen, bei Dämmerung ausschwärmen und Blattläuse fressen.
Was viele nicht wissen: Dekorative Rosenkugeln aus Ton - wie sie heute überall in Gärten zu sehen sind - erfüllen den gleichen Zweck, allerdings mit Holzwolle gefüllt und einer nicht zu engen Öffnung!
Wenn der Läusebefall anhaltend sehr stark ist und die Nützlinge damit allein nicht fertig werden, können Sie mit pflanzlichen Mitteln eingreifen, um nicht ganz auf die Ernte verzichten zu müssen.
Dabei werden Kräuterauszüge hergestellt, die für Nützlinge nicht schädlich sind, weil sie nicht giftig wirken. Sie aktivieren die pflanzeneingenen Abwehrkräfte aktiviert und schrecken die Schädlinge ab. Wirksam gegen Blattläuse ist die Behandlung mit Brennessel-Kaltwasserauszug. Dazu werden 1 Kilogramm frische Brennesseln (getrocknete Kräuter sind für Auszüge nicht so gut geeignet) in 10 Liter Wasser eingeweicht, 12 Stunden stehengelassen, durchgesiebt und unverdünnt angewendet. Als Gefäß verwendet man Steingut oder Plastikkübel, kein Metall. Dabei lösen sich die Wirkstoffe der Kräuter mit Wasser. So gelangen Silikate in die Pflanzen, das die Außenhaut stärkt. An drei aufeinanderfolgenden Tagen werden die befallenen Pflanzen mehrmals mit Brennesselkaltwasserauszug gespritzt.
Eine andere Möglichkeit ist die Behandlung mit Rainfarntee. Dazu werden 300 Kilogramm frischer oder 30 Gramm getrockneter Rainfarn (Pulver gibt es in Apotheken, Gartencentern und Drogeriemärkten) mit 10 Liter kochendem Wasser überbrüht, 10 Minuten ziehengelassen, durchgesiebt und abgekühlt verwendet.
Bei den häufig empfohlenen Hausmittel Schmierseife oder Seifen-Spiritus-Lösung sollte der „Biogärtner“ bedenken, daß sie zwar ohne gesundheitliche Risiken wirksam gegen Blattläuse eingesetzt werden können, leider aber auch die zahlreichen nützlichen Insekten vernichten!
Besser geeignet sind natürliche Substanzen wie Rapsöl oder Neemprodukte (Extrakt des Neembaums) siehe Ökotest Ratgeber Bauen Wohnen Nr.05
In der Umweltbibliothek des Forum Ökologie steht Ihnen zum Thema Ökologischer Garten Literatur zur Verfügung.
