Aktionsbündnis "Sonnenstrom/Sonnenwärme vom Watzmann bis zum Wendelstein"
Die Interessensgemeinschaft aus Kommunalpolitik, Handwerkern und einem Netzwerk von 10 Solarinitiativen, die unter der Schirmherrschaft von Landrat Hermann Steinmaßl steht, hat sich weiter als Wirtschaftsförderer in der Region behauptet. Der Gesamtumsatz in der Region im Bereich Solarstrom und Solarwärme beläuft sich inzwischen auf über 570 Millionen Euro im Handwerk.
Im Rahmen der Zwischenbilanzkonferenz im Rathaus der Großen Kreisstadt Traunstein konnte das Regionalbündnis „Sonnenstrom + Sonnenwärme vom Watzmann bis zum Wendelstein“ einen sehr positiven Rückblick auf die Jahre 2008 und 2009 werfen. Die Zwischenbilanzkonferenz war Teil der 30-Jahrfeier des Forum Ökologie Traunstein e.V.
Landrat Hermann Steinmaßl lobte in seinem Grußwort das hohe ehrenamtliche und professionelle Engagement aller Beteiligter. Der Landrat stellte klar heraus, dass der Klimawandel in den nächsten Jahren ein energisches Handeln von allen benötige. Der Landkreis Traunstein hat sich das Ziel gesetzt bis zum Jahr 2020 im Strombereich zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energien umzusteigen, wenn möglich auch im Bereich.
In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land sind inzwischen über 8.190 Solarkraftwerke mit einer Leistung von mehr als 104 Megawatt am Netz. Damit gehört die Region vom Watzmann bis zum Wendelstein weiter zu den führenden Solarstromregionen in Deutschland und Europa. Jährlich werden somit 36,4 Millionen Kilowattstunden sauberer Strom produziert. Im Landkreis Traunstein können bereits über 6 % des Stromverbrauchs in der Jahresbilanz über die Solarkraftwerke abgedeckt werden. Der Umsatz seit Start der Initiative im Jahr 2000 hat sich auf 459 Millionen Euro summiert. Ein beeindruckender Beleg, welche Bedeutung als regionaler Wirtschaftsfaktor damit verbunden ist. Der Landkreis Traunstein kommt auf eine Solarstromanlagendichte von mehr als 240 Watt pro Einwohner und ist mit Abstand Spitzenreiter in der Region. Die Solarstromdichte liegt im Landkreis Rosenheim bei 178 Watt pro Bürger, im Landkreis Berchtesgadener Land bei 127 Watt pro Einwohner.
Einzelne Kommunen ragen aus diesem sehr guten Regionalergebnis heraus: Mehr als 2 Megawatt Anlagenleistung weisen die Kommunen Höslwang, Tittmoning, Traunreut, Traunstein, Trostberg und Tuntenhausen auf. Mehr als 3 Megawatt Anlagenleistung sind inzwischen installiert in Engelsberg, Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl. Spitzenreiter sind die Stadt Rosenheim mit 4,1 Megawatt und die Gemeinde Teisendorf mit 6,8 Megawatt Solarleistung.
Auch in Sachen Solarwärme kann die Tourismusregion vom Watzmann bis zum Wendelstein punkten: Die Fläche an Sonnenkollektoren liegt inzwischen bei 185.200 Quadratmetern. Diese Kollektorfläche erntet pro Jahr eine Energiemenge, die einem Ölvolumen von 9,3 Millionen Litern entspricht. Zum Transport wären dazu 310 Tanklastzüge erforderlich. Diese „Energieleistung“ der Solarwärmekollektoren führt zu einem echten Gewinn für die Haushaltskassen in der Region, der jährlich bei rund 6 Millionen Euro liegt. Auch für den Klimaschutz zahlt sich das aus: Der Ausstoß von 46.300 Tonnen Kohlendioxid wird dadurch vermieden und das Jahr für Jahr. Dies ist ein wichtiger Faktor für die Luftkurorte und die gesamte Tourismusregion. Die Fachbetriebe im Heizungs-/Sanitärbereich konnten seit Start des Aktionsbündnisses mit der Kollektortechnik einen Umsatz von 118 Millionen Euro erzielen.
„Besser kann man Ökonomie und Ökologie in unserer Region nicht verbinden!“, bringt es Peter Rubeck vom Forum Ökologie auf den Punkt. Spitzenreiter in der Region sind die Kommunen Kienberg (0,85 m2 Kollektorfläche pro Einwohner), Berchtesgaden/Schönau (0,80 m2 Kollektorfläche pro Einwohner), Palling (0,72 m2 Kollektorfläche pro Einwohner), Taching (0,71 m2 Kollektorfläche pro Einwohner) und Pittenhart (0,66 m2 Kollektorfläche pro Einwohner).
„Diese tolle Entwicklung ist die Grundlage dafür, dass wir in der Solarbundesliga unsere Spitzenplätze behaupten können und vor allem in der Region eine echte positive Wirtschaftsförderung auch in Zeiten der Wirtschaftskrise praktizieren“, so Regionalkoordinator Rubeck weiter. „Um diese Wirtschaftsförderung durch die Nutzung von Solarstrom und Solarwärme weiterhin erfolgreich einsetzen zu können, sind verlässliche Rahmenbedingungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, dem Marktanreizprogramm und dem Wärmegesetz unverzichtbar. Wer hier an den falschen Stellschrauben dreht, gefährdet Arbeitsplätze in der Region“, richtet Rubeck klare Worte an die Politik in Berlin vor dem Hintergrund der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP.
Im Rahmen der Zwischenbilanzkonferenz wurden die erfolgreichsten Handwerker und Kommunen ausgezeichnet (Genaueres durch "Klick" auf die Seite "Zwischenbilanzkonferenz 2008/09" - linke Spalte)

- Das Projekt "Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein" wurde mit dem Deutschen Solarpeis 2003 von EUROSOLAR und der KfW ausgezeichnet.
Aktionsbündnis "Sonnenstrom/Sonnenwärme vom Watzmann bis zum Wendelstein"
Im Rahmen der Initiative „Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein“ haben sich Anfang 2000 die Landratsämter der Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim, 2 Elektro-Innungen, 60 Handwerksbetriebe, Banken und Solarinitiativen zusammengeschlossen, mit dem Ziel, den Anteil der Solarstromanlagen zu erhöhen.
Die Initiative "Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein" erhielt am 21. Februar 2003 in Bayreuth im Rahmen eines Festaktes den Agenda21-Preis für die erfolgreiche Kooperation mit der Wirtschaft.

